Titel Alfons

„Wer ist denn da draußen? Herrschaft, jetzt mach‘ mir keine Angst!“
„… Ein grausliger Kopf hat mich ang‘schaut!“

Diese Geschichte gibt es als Einzel-eBook bei Amazon für 0,99 Euro sowie im Sammelband 1 „Dorfgeschichten aus Niederbayern“.

In der niederbayerischen Gemeinde Augsee wird eines Tages der junge Alfons vermisst, woraufhin sich fragwürdige Zerstörungen im Dorf häufen. Als sich ein chaotischer Suchtrupp aufmacht, wird aus der Suche bald eine haarsträubende Jagd. Die zahlreichen Zuschauer finden dies zunächst noch recht amüsant – bis ein Gewehr ins Spiel kommt. Und die Trautmannsdorfer Marianne kennt sich plötzlich überhaupt nicht mehr aus.

„Der Alfons ist weg“ ist eine amüsante Kurz­geschichte, die mit viel Lokalkolorit, humoriger „bajuwarischer Plaudersprache“ und feinsinniger Überzeichnung schmunzeln lässt.

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 LESEPROBE:

…. „Zefix! Schon wieder kein Licht!“, schimpfte er leise in die Dunkelheit, als er die Einfahrt zu seinem Haus betrat und einen Moment darauf wartete, dass der Bewegungsmelder das Hoflicht anmache. Was er trotz Heinis wildem Hände-Fuchteln nicht tat. Weil das Gerät funktionierte meistens nur dann, wenn die Haustür schon offen stand. Der Heini wusste auch, dass das ein Unsinn war, denn schließlich sollte das plötzliche Licht ja auch lichtscheues Gesindel vertreiben – wenn sich vielleicht doch mal ein Dieb nach Augsee verirren würde. Deshalb hatte er schon oft versucht, das depperte Gerät anders einzustellen. Da es ihm aber bisher noch nicht gelungen war, es zur Vernunft zu bringen, stolperte er auch heute wieder über den Treppenansatz und schlug auch heute wieder mit dem Kopf gegen die Haustür.
Fluchend rappelte er sich auf und tastete seine Taschen nach dem Haustürschlüssel ab, bis ihm einfiel, dass er ihn gar nicht bei sich hatte. Die Waltraud hatte nämlich gemeint, es wäre besser, wenn er den Schlüssel zu Hause lassen und ihn irgendwo im Vorgarten gut verstecken würde. Weil er hatte ihn schon öfter verloren, wenn er gar zu lang beim Kirchenwirt gewesen war. Er dachte angestrengt nach, wo er ihn denn hingelegt haben könnte, aber die Gehirnzelle, die das einmal wusste, schien alkoholbedingt verstorben zu sein.
Er tastete sich in der Dunkelheit an der Hauswand entlang, in der Hoffnung, irgendwann die Terrasse zu erreichen. Womöglich wäre die Waltraud ja wie üblich vor dem Fernseher eingeschlafen, dann könnte er sie mittels sanftem Klopfen an der Terrassentür wecken und würde Einlass erhalten. Vielleicht. Andernfalls wäre da ja noch die Gartenhütte.

Und gerade, als er um das letzte Hauseck zur Terrasse schlich, da sah er sich in der nächtlichen Düsternis plötzlich einer unheimlichen Gestalt gegenüber! Keine fünf Meter vor ihm stand sie schemenhaft in der Dunkelheit und schien ihn anzublicken. Sie war ebenso erschrocken wie der Heini und flüchtete sogleich über den Rasen, derweil der Heini zurück ums Hauseck weglief und hinfiel.

Die Waltraud meinte schon vorhin, ein Rumpeln an der Haustür vernommen zu haben. Als es dann aber still blieb, schlief sie wieder ein. Jetzt jedoch schreckte sie vom Sofa auf! Das erschrockene Schreien vom Heini hatte sie endgültig aus dem Fernsehschlaf gerissen. Etwas verängstigt machte sie die Terrassenbeleuchtung an und blickte suchend durch die Scheibe nach draußen, konnte aber niemanden sehen und hörte auch nichts Verdächtiges mehr. Vorsichtig öffnete sie die Tür, trat langsam ein kleines Stück hinaus auf die Terrasse und sah sich um … In diesem Moment bemerkte sie den Kopf vom Heini, der um die Ecke lugte. Auf allen Vieren krabbelte er, weiter um sich schauend, übers Pflaster zur Waltraud.
„Ja, glaubst es! Spinnst jetzt vollkommen?“, schimpfte sie auf den Heini hinunter, die Hände auf der Brust, um das hüpfende Herz zurückzuhalten.
„Schnell, geh rein!“, rief ihr der Heini zu, sprang auf, zog sie mit sich ins Wohnzimmer und verschloss hektisch die Tür.
„Ja sag einmal, was ist denn los? Reicht dir jetzt ein normaler Rausch nicht mehr? Musst dich jetzt schon in den Wahnsinn saufen, oder was?“